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Italienischer Kaffee: Frappuccino? Gibt es nicht!

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Heißes Wasser mit Druck durch eine Art Kaffeefilter – den Siebträger – zu pressen, war im Gegensatz zu Sirup-Toppings eine revolutionäre Idee. Der Espresso bildet seit 1901 die Basis der italienischen Kaffeekultur und ein guter Espresso kommt aus einer Siebträgermaschine, bevor er in gefühlten 20 Varianten serviert wird.

Was man wissen muss: In Italien sagt man schlicht „caffè“ und meint damit den Espresso, so wie wir ihn kennen. Alle italienischen Kaffeespezialitäten basieren darauf. Wer caffè bestellt, bekommt Espresso und kann ihn im Stehen trinken oder sich an einen Tisch setzen. Die Variante im Stehen ist meist günstiger, da keine Servicegebühr anfällt. „al banco“ ist beliebt: Ein schneller Kaffee am Tresen in der Kaffeebar, bevor der Tag richtig startet. Manchmal als Espresso doppio für besonders Verschlafene.

Espresso auf Italienisch – mit Milch & gefleckter Milch

Der Macchiato ist die nächste Variante des Espresso: Hier bekannt als Riesenglas mit viel Milchschaum, der oft ein bisschen zu heiß geraten ist, wird ein Macchiato in Italien lediglich mit einem Löffel voll Milchschaum serviert – natürlich auf einem Espresso. Die Schichtung aus Milch und Espresso, wie man sie vom Latte Macchiato kennt, bekommt man in Italien nur in Touristengebieten, in denen sie schon an ungewöhnliche Kaffeegetränke aus dem Ausland gewöhnt sind. Ungewöhnlich, weil wir zuerst die Milch, dann den Espresso einfüllen.

Du willst mehr Milchschaum? Morgens ist auch der Cappuccino erlaubt, ihn aber nachmittags zu trinken, gleicht einem Bruch der Kaffeekonventionen. Der Espresso mit aufgeschäumter Milch ist der nächste Export der italienischen Kaffeekultur: Weltweit zählt Cappuccino zu den beliebtesten Heißgetränken. Allerdings wurde der Cappuccino nicht in Italien erfunden, sondern in Österreich: Man vermutet den Ursprung in dem Kapuziner-Kaffee, der mit Mokka und Schlagobers (Schlagsahne) zubereitet wird.

Espresso in Italien – mit Wasser, Eiscreme oder Alkohol

Auch wenn der Espresso, meist als Espressoblend stets die Basis ist: An Kreativität mangelt es in der italienischen Kaffeekultur bestimmt nicht. Je nach Region erhält man Heißgetränke, die dann doch an Frappuccino und Co. erinnern. Die harmloseste Variante ist der „americano„, ein Espresso mit Doppelbezug, der mit heißem Wasser einfach verlängert wird. Man lässt den Kaffee aus dem Siebträger einfach länger durchlaufen. Das Ergebnis: Ein starker, kräftiger Kaffee, der ein Mix aus Espresso und Filterkaffee ist. Ein Schuss Milch oder ein Löffel Zucker sind optional.

Hmm, Eiscreme: Der „affogato“ besteht zunächst aus aufgeschlagener Milch, teils aromatisiert, und Eiscreme. Anschließend wird ein Espresso darübergegeben. Oder andersherum: Das Eis ertrinkt im Espresso, denn affogato bedeutet „ertrunken“. In manchen Gegenden kommt noch Zabaglione hinzu – eine Weinschaumcreme, die eine bekannte Nachspeise in der italienischen Küche ist und dem affogato eine leichte alkoholische Note gibt. Wer davon mehr schmecken möchte, ist mit dem „il caffé corretto“ gut beraten. Dieser korrigierte Espresso kann mit Whiskey, Brandy, Weinbrand, Cognac, Amaretto und vielen anderen Likören zubereitet werden. Bei der Bestellung wird einfach ein „con“(mit) drangehängt: „caffè corretto con whiskey“ zum Beispiel.

Und was ist jetzt mit dem Frappuccino? Den gibt es in Italien eigentlich nicht, denn der ist eine amerikanische Erfindung, die es in jeder traditionellen italienischen Kaffeebar schwer hätte. Kennt ihr noch mehr Espresso-Getränke aus Italien? Dann lasst uns ein Kommentar da.

 



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