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Genießer aufgepasst Genießer aufgepasst: Dienstags und Donnerstags wird in der Coffeethek frisch geröstet!

Kaffee selbst rösten

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Kaffee zu Hause selbst zu rösten, ist nicht schwierig. Neben den professionellen Trommelröstern und den zahlreichen, teils teueren Röstmaschinen gibt es mindestens zwei Wege, wie man Kaffee ganz einfach in der heimischen Küche rösten kann. Wir stellen sie euch vor. Macht schon mal die Fenster auf.

Vorab: Eine Kaffeeröstung ist aus Sicht eines Röstmeisters ein hochkomplexer Vorgang und kann zu Hause natürlich nicht mit der gleichen Qualität durchgeführt werden, wie man es aus einer guten Kaffeerösterei kennt. Das macht aber nichts, das hier soll ja ein Selbstversuch für zu Hause sein und keine Anleitung, wie ihr den Kopi Tongkonan Rohkaffee so röstet, dass ihr das Bergland in Sulawesi am Gaumen schmeckt. Dafür gibt es ja noch die Coffeethek.

Kaffee selbst rösten: Mit der Pfanne oder dem Backofen

Es gibt grundsätzlich zwei Arten, Kaffee selbst und ohne weitere Hilfsmittel zu rösten. Pfanne und Backofen sind wohl in jedem Haushalt zu finden, oder? Rohkaffe gibt es bei uns!

Die meisten von uns dürften keinen alten Pfannenröster (auch Röstmühle) mehr besitzen. Das wäre die dritte Art, die gewissermaßen eine Kombination aus Pfanne und Backofen bzw. Kaminofen darstellt. Wer so etwas noch besitzt, kann damit ganz gut arbeiten, da diese Kaffeeröster eine Kurbel haben, die die Kaffeebohnen gleichmäßig durchmischt.

Damit wären wir auch schon bei einem sehr, sehr wichtigen Punkt: Sowohl in der Pfanne als auch im Backofen müssen die Kaffeebohnen fast ständig durchmischt werden, damit sie gleichmäßig Hitze aufnehmen und nicht anbrennen. Am besten bei beiden Varianten des Kaffeeröstens alle 30 Sekunden durchrühren und wenden.

Was passiert bei einer Kaffeeröstung zu Hause?

Ein Nachteil vieler Öfen ist, dass sie eine Temperatur von etwa 230° Celsius oder mehr erreichen sollten und nicht jeder Ofen hat so viel Leistung. Gleiches gilt für die Pfanne, die maximal 200° C. erreicht. Nur mit ausreichend Hitze werden die Bohnen zum ersten und zweiten Crack gebracht. Aber gut, Kaffee selbst zu rösten bedeutet auch, dass man nicht alles haben kann.

Die wichtigsten Vorgänge bei einer Röstung spielen sich zwischen 140° und 230° C. ab. Diese sogenannten Maillard-Reaktionen erzeugen das typische Kaffeearoma oder besser: Die 800 verschiedenen Aromen, die ein gut gerösteter Kaffee besitzen kann. Im Ofen werden die grünen Kaffeebohnen einfach gleichmäßig in einer Lage verteilt, in der Pfanne ebenso. Vorheizen nicht vergessen!

Tipps zum Kaffeerösten: Du bist dein eigener Röstmeister

Der erste Crack tritt bei circa 200° C. auf: ein hörbares Platzen des in der Bohne enthaltenen Wassers, das ungefähr eine Minute anhält und dann wieder abflacht. Bei circa 230° C. fängt der zweite Crack an, er verläuft ähnlich wie der erste Crack und flacht nach höchstens einer Minute wieder ab.

Die Braunfärbung der Bohnen ist jetzt ausreichend für einen guten Filterkaffee und die meisten Röster nehmen die Kaffeebohnen direkt nach dem zweiten Crack heraus. Hierbei gilt: Probieren geht über Studieren. Manche mögen ihren Kaffee stärker geröstet, andere bevorzugen hellere Zimtröstungen und mehr Säuren.

Bei Espresso ist das anders: Dieser wird noch dunkler geröstet und sollte je nach Geschmack nur wenige Minuten länger geröstet werden. Wartet man zu lange, erhält man Kaffeebohnen-Brickets, die nach Holzkohle schmecken – wenn überhaupt. Ohnehin ist die Farbe der Bohnen ein Hinweis auf die Stufe der Röstung – egal ob die Pfanne oder der Backofen zum Einsatz kommt.

Das heißt auch, dass man bei einer Kaffeeröstung zu Hause Augen und Nase benutzen muss, um den Röstvorgang zu prüfen und ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Die Kaffeebohnen für Filterkaffee und Espresso unterscheiden sich natürlich auch: Viele Espressobohnen sind Blends, also Mischungen aus unterschiedlichen Arabica- und Robustabohnen.

Unbedingt beachten während des Röstens: Fenster auf, Nase zu

Apropos Nase: Frisch gerösteter Kaffee duftet wunderbar. Das Rösten an sich aber keinesfalls. Öffnet das Fenster, bevor ihr röstet und macht euch auf einen strohigen, buttrigen Geruch gefasst. Und noch eine Anmerkung: Während des Röstvorgangs verlieren Kaffeebohnen ihre Pergamenthäutchen, die dann in der Küche oder dem Backofen hin und her fliegen. Diese sehr feinen, dünnen Häutchen wirken sich jedoch nicht auf den Geschmack des Kaffees aus. Sie veranstalten nur eine kleine Sauerei, der man mit dem Staubsauger oder einer Pergamenthaut-Zentrifuge begegnen könnte.

Der selbst geröstete Kaffee ist jetzt fertig und muss abkühlen. Dies nennt man Ausgasen: Der Kaffee kommt zur Ruhe und liegt gut belüftet bis zu 15 Stunden einfach nur herum. Dann darf er erst verkostet werden! Wenn euch eure eigene Röstung nicht so sehr zusagt, könnt ihr natürlich immer bei uns Kaffee und Espresso online bestellen!

 

 

 



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