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Robusta versus Arabica: Unterschiede beider Kaffeesorten

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Viele Kaffeetrinker glauben daran, dass Arabica-Bohnen edler, besser und aromatischer sind als Robusta-Bohnen. Doch diese qualitative, teils geschmackliche Unterscheidung ist nicht immer richtig. Die Gründe, die dagegen sprechen, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Die Tendenz, dem Arabicakaffee den Vorzug zu geben, kommt nicht von ungefähr. Der Kaffeemarkt bietet zu einem großen Teil Arabica-Bohnen an. Robustakaffees spielen nur am Rande eine Rolle: Meistens als Mixpartner in Espressoblends, um kosteneffizient zu produzieren, den Koffeingehalt des Espresso zu erhöhen und erdige Aromen in Blends einzubringen.

Robustakaffee ist im Einkauf oft günstiger, weil diese Kaffeepflanze wesentlich unempfindlicher ist im Kaffeeanbau und einen höheren Ertrag bringt. Seit dem Jahr 2007 hat sich der Preis für Robustakaffee nur um 0,2 Euro verändert, der des Arabicakaffees in der gleichen Zeitspanne um 1,0 bis 1,2 Euro (im Vergleich zu 2014; Daten aus dem Kaffeereport 2016).

Die meisten Kaffetrinker kennen den Unterschied zwischen Robusta und Arabica, weil sie es vom Kaffeemarkt nicht anders kennen. Die großen Kaffeehändler werben damit, dass ein Kaffee 100% Arabica enthält. Man muss jedoch genauer hinsehen. Denn unter Robustakaffees gibt es einige Kaffees, die ihren vermeintlich edleren Verwandten in nichts nachstehen. Was generell gesagt werden kann: Robusta ist nicht gleich Robusta, und Arabica ist nicht gleich Arabica.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Arabica und Robusta

Botaniker würden die Unterschiede zwischen Coffea Arabica (Arabica) und Coffea Canephora (Robusta) wahrscheinlich mit noch mehr Fachwörtern beschreiben. Wir fangen ähnlich an, nehmen aber auch Faktoren wie Ertrag und Geschmack in den Blick.

Größe, Form, Farbe & Einkerbung: Robustabohnen sind deutlich kleiner als Arabicabohnen und weisen eine rundere Form auf. Arabicabohnen sind flacher und leicht oval. Zudem haben Robustabohnen eine fast gerade Einkerbung, während diese bei Arabicabohnen leicht geschwungen ist und eine angedeutete S-Form besitzt. Beim Wuchs und der Größe der Kaffeepflanzen zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Robustas sind bis zu 10 m hoch, Arabicas bis zu 8 m.

Anbauländer & Höhenlagen: Alle Kaffees stammen aus dem sogenannten Kaffeegürtel, der sich zwischen dem 23. Breitngrad nördlich und dem 25. Breitengrad südlich befindet. Also rund um den Äquator. Das genetische Herkunftsland der Arabicabohne ist Äthiopien. Robustabohnen kommen meist aus Vietnam, Indonesien, Uganda und Indien. Klima und Höhenlagen wirken sich direkt auf die Kaffeepflanzen aus. Arabica bevorzugt Höhen zwischen 400 und 2000 Metern (Hochlandkaffee). Robusta gibt sich mit Höhen von 0 und 900 Metern zufrieden.

Temperaturen & Frost: In Sachen Temperatur mögen es Arabicapflanzen gerne konstant zwischen 18 und 25° Celsius. Temperaturen unter 13 oder über 30° Celsius können Schäden an den Pflanzen nach sich ziehen. Robusta mag Temperaturen, die bei 26° Celsius liegen, er reagiert auf zu wenig Luftfeuchtigkeit allergisch. Und Frost mag sowieso niemand.

Widerstandsfähigkeit & Ertrag: Robusta-Kaffeepflanzen sind widerstandsfähiger als ihre genetischen Kollegen. Das gilt für Pilze und Bakterien genauso wie für Temperaturschwankungen. Arabica-Kaffeepflanzen sind empfindlicher, weil schon kleinste klimatische Veränderungen oder Pilzbefall zu Unregelmäßigkeiten führen können. Auch die Kaffeeernte in verschiedenen Höhenlagen gestaltet sich mitunter schwierig. Ab einer gewissen Höhe ist die Logistik betroffen und die Ernte wird teuerer. Die Wertschöpfungskette vom Anbau über die Ernte bis hin zu Weiterverarbeitung gestaltet sich natürlich günstiger und ertragsreicher, wenn weniger Höhenmeter zurückgelegt werden müssen.

Aromen, Chlorogensäure & Koffein: Arabicabohnen haben mehr Fette und Öle und deshalb schmeckt man die Aromen besser heraus, die blumig, fruchtig oder säuerlich sein können. Beim Robustakaffee dominieren Aromen, die erdig, rau und bitter schmecken. Jedoch haben Robustakaffees meist einen volleren, ausgeprägteren Körper. Dies ist auch der Grund, warum sehr viele Espressi auf spezielle Mischungsverhältnisse setzen – sie kombinieren das Beste beider Kaffeesorten. Robustakaffee hat zudem weniger Chlorogensäuren, die mitunter für das weniger schöne Gefühl im Magen verantwortlich sind, wenn man zu viel Kaffee trinkt. Diese Säuren werden zwar meist herausgeröstet, aber völlig verschwinden sie nicht. Ganz anders sieht es mit dem Koffeingehalt aus: Robusta hat hier deutlich mehr Power und bis zu 4,5% (Arabica bis zu 1,7%).

Welcher Kaffee ist jetzt besser? Das kommt darauf an! Die Beweisführung kann übrigens auch über einen Test erfolgen: Probiert den 100% Robusta-Kaffee aus Indien und vergleicht ihn mit einem 100% Arabica-Kaffee aus Peru. Lasst uns auf Facebook wissen, welche Sorte euch ‚besser‘ gefallen hat.

 

 

 

 

 



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