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Gutes Kaffeewasser: Mehr Aroma, besserer Kalkschutz

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Hahn auf, Wasser marsch. Es ist schön, den Wasserhahn einfach aufdrehen zu können. Doch ist dieses Wasser geeignet für die Kaffeezubereitung?

Auf dem Kaffee Campus 2014 in Berlin besuchten wir einen interessanten Vortrag über Wasserqualität. Die Frage war: Welchen Anteil hat Wasser am Kaffeegeschmack? Und: Inwiefern wirkt sich schlechtes Wasser auf Siebträgermaschinen oder Filterkaffeemaschinen aus?

Benutzt ihr gutes Wasser für euren Kaffee?

98% einer Tasse Kaffee sind Wasser. Im Trinkwasser können jedoch eine Menge unerwünschte Stoffe auftreten. Beispielsweise Sulfate, Kalzium oder Carbonat. Je nachdem, ob diese chemischen Stoffe in hoher Konzentration vorhanden sind, kann sich dies negativ auf den Kaffeegeschmack und die Kaffeemaschinen auswirken. Denn sie sind maßgeblich an der Bildung von Kalk beteiligt und können Geschmacksstoffe blockieren. Ach ja: Frisch sollte das Wasser sowieso sein.

Wasserqualität und Kaffeegeschmack

Die Folgen von ’schlechtem‘ Wasser sind einerseits verkalkte Maschinen und ein unerwünschter Geschmack. Der Grund liegt darin, dass die Aromen aus dem Kaffee sich nicht mit dem Wasser verbinden können, weil die hohe Konzentration der oben genannten Stoffe ein ‚Andocken‘ verhindert. Die Qualität von Wasser hat also einen entscheidenden Anteil am Kaffeegeschmack.

Zu viele Stoffe können den Transport der Aromen blockieren. Der Kaffee schmeckt fad oder schal. Damit das Wasser die über 1200 Aromen des Kaffees mitführen kann, muss es über ein ausbalanciertes Verhältnis an Mineralien verfügen. Deshalb ist der ph-Wert so wichtig: Er sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen.

Zudem begünstigt weiches Wasser, also solches mit wenig kalkbildenden Substanzen, die Extraktion des Kaffees. Wasser, das mit Magnesium angereichert wurde, verhindert die Bildung von Kalk und transportiert Aromen. Das versteht man heutzutage unter gutem Kaffeewasser.

Wassertests am Point of Use

Magnesium trägt mehr Inhaltsstoffe als andere Wasserbestandteile und ist enorm wichtig für den Kaffeegeschmack. Aber wieviel Magnesium ist in meinem Wasser? Ein hilfreicher Tipp für Verbraucher ist das Testen am Point of Use: Dort, wo das Kaffeewasser entnommen wird, muss getestet werden.

Teststreifen gibt es kostenlos bei BWT oder Ihr fragt euren Wasserversorger nach den chemischen Eigenschaften. In der Regel spricht man von weichem Wasser, wenn der Wert der Gesamthärte zwischen 7 und 12°d liegt. Das ist aber in Deutschland nur in wenigen Regionen der Fall. Ein Kaffee in Berlin kann ganz anders schmecken als einer in Bielefeld, auch wenn alle anderen Bedingungen exakt diesselben sind.

Wann muss Wasser gefiltert werden?

Wasser vor dem Gebrauch zu filtern, ist immer dann angesagt, wenn die Messwerte sehr hoch sind. Dafür gibt es verschiedene Optionen, von Tischwasserfiltern über Filterkatuschen bis hin zu fest installierten Wasserfiltern für Siebträgermaschinen oder aber auch fest installierten Anlagen. Hartes Wasser mit vielen kalkbildenen Substanzen schmeckt nicht nur entsprechend schlecht, sondern schädigt langfristig auch die Kaffeemaschinen.

So, genug verwässert. Wenn ihr echten Kaffeegeschmack wollt, probiert es einfach selbst aus. Also das mit dem gefilterten Wasser. Den Unterschied schmeckt man!

Die Coffeethek – Kaffeegenuss – frisch geröstet