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Wieso es als Kaffee Shop auch ohne Biolabel geht

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Seit kurzem haben wir unsere Biozertifizierung freiwillig aufgegeben. Das hört sich nach einer schlechten Nachricht an, doch so schlimm ist es nicht. Für euch ändert sich im Prinzip nichts.

Wir werden weiterhin frischgerösteten Kaffee von hervorragender Qualität verkaufen. Nur ohne das offizielle Biosiegel, das wir als Händler zusätzlich zum Produzenten vorweisen müssen. Wer Bioprodukte verkaufen möchte, muss sich offiziell zertifizieren lassen – auch als Händler. Das haben wir bisher jedes Jahr gemacht und natürlich auch dafür gezahlt. Erst dann durften wir unseren Kaffee Biokaffee nennen, obwohl er bereits im Produktionsland zertifiziert ist. Ab jetzt dürfen wir das nicht mehr, weil wir uns als Händler nicht mehr zertifizieren lassen. Geilen Kaffee bekommt ihr aber immer noch! Versprochen.

Warum wir nicht mehr mitmachen

Das Thema Bioprodukte ist in den letzten Jahren sprichwörtlich durch die Decke gegangen. Selbst große Produzenten und Händler haben ein Biosegment im Angebot, um umweltbewusste Kunden zu überzeugen. Wir sind von der Richtung dieser Entwicklungen jedoch alles andere als überzeugt. Der Schritt, auf das Biozertifikat zu verzichten, war das Ergebnis von Veränderungen, die sich schon lange abgezeichnet haben. Jetzt steigen wir, wie viele kleine Kaffee- und Teehändler auch, aus dem System aus und verzichten auf das Siegel. Das hat zwei Gründe, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Gleichung „Bio = Qualität“ funktioniert nicht immer

Zum einen: Die Gleichung Bio gleich Qualität geht nicht immer auf. Eine besonders hochwertige Qualität erreichen wir auch ohne Biolabel. Die Rohware bleibt die Gleiche. Die Fincas sind dieselben und diese bleiben auch zertifiziert. Der Unterschied liegt lediglich im Zertifikat, das wir als Händler nun nicht mehr verwenden. Auch die Verarbeitung ändert sich nicht: Wir lassen nur handverlesene Kaffees in den Röster und veredeln sie schonend und langsam, damit das volle Aroma in den Bohnen bleibt. Daran ändert sich gar nichts. Ihr kommt also auch in Zukunft in den Genuss von erlesenen Kaffees und Espressi, die röstfrisch bis zur Haustür geliefert werden. Ihr wisst ja: Seit der Gründung 2007 sind Röstfrische und Qualität unsere Aushängeschilder.

„Zertifikat = Bio“ geht oft nicht auf

Zum anderen: Bio ist in Teilen ein Markt geworden, in dem es darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen. Einige Händler oder Produzenten verwenden verschiedene Biosiegel anscheinend nur noch, um das sogenannte „Green Washing“ zu betreiben und den Konsumenten ein gutes Gewissen zu verkaufen. Alle wollen sich ein Stück vom Biokuchen abschneiden. Insbesondere die Anbieter der Biosiegel, von denen es neben dem offiziellen EU-Biosiegel viele mit ganz verschiedenen Kriterien gibt. Sie verdienen an dem Geschäft, das mittlerweile mit einer (grundsätzlich guten) Idee getrieben wird. „Gut gemeint“ ist jedoch nicht automatisch auch „gut gemacht“.

Fazit: Wir machen nicht mehr mit

Wir wollen das nicht verurteilen oder kritisieren. Aber wir können klar sagen: Da machen wir nicht mehr mit. Für eine kleinen Händler wie uns rechnet sich der Aufwand nicht mehr, wenn die großen Marktbegleiter massiv in Bio investieren, um ein gutes Gefühl zu verkaufen. Wir wollen kein Geld ausgeben für ein Zertifikat, das letztendlich nur den Profiteuren des Systems zugute kommt. Wenn ihr Fragen habt oder Kritik loswerden möchtet, könnt ihr gerne anrufen, eine Email schreiben oder das Kontaktformular nutzen. Eine schönen Spätwinter wünschen wir euch!



1 Kommentar


1. Februar um 12:33

[…] auf das Biosiegel und wollen euch nicht vorenthalten, warum wir das tun. In dem Artikel „Wieso es als Kaffee Shop auch ohne Biolabel geht“ erfahrt ihr mehr zu diesem heiklen […]

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