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Kuba, Kaffee und Paypal – wieso wir keinen cubanischen Kaffee mehr verkaufen können

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…und plötzlich war unser Paypal Konto eingefroren! Die Zahlung in unserem Shop via Paypal Konto funktionierte plötzlich nicht mehr und wir hatten keinerlei Verfügung über das Guthaben auf unserem Paypal Konto. Sind wir Terroristen? Was haben wir getan?  Was Kunden und vor allem uns ziemlich schockte, hatte doch tatsächlich politische Gründe, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Deshalb unternehmen wir einen kleinen Ausflug in das Handelsembargo der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba.

Hintergrund

Es ist das Jahr 1959: In Kuba kommen Widerstandskämpfer an die Macht, unter ihnen sind bekannte Namen wie Fidel Castro oder Ernesto ‚Che‘ Guevara. Kuba wird zu einem sozialistischen Staat und tiefgreifende Veränderungen in sozialem Leben und Wirtschaft finden statt. Kuba enteignet US-Bürger sowie Firmen und nimmt Land in Anspruch, das ihnen vormals gehörte. Die Reaktion der USA ließ nicht lange auf sich warten: Ein Handelsembargo, dass sich zudem auf Wirtschafts- und Finanzsektoren erstreckt. Kuba darf weder Waren in die USA verkaufen, noch Waren von amerikanischen Firmen erwerben. Man munkelt, dass Kennedy vor der Verhängung noch 1000 seiner Lieblingszigarren aus Kuba besorgen hat lassen.

Was später als die kubanische Revolution bezeichnet wird, gefällt den Vereinigten Staaten unter Präsident Eisenhower überhaupt nicht. Ein sozialistisches Regime als direkter Nachbar der USA? Unter keinen Umständen. Zwei Weltanschauungen treffen aufeinander: Sozialismus versus Kapitalismus. Die USA unter Eisenhower starten in der Schweinebucht eine Invasion, die aber aufgrund von Nahrungsmangel nicht erfolgreich war. Im Gegenteil: Es festigte die Stellung der Revolutionäre in Kuba.

Und heutzutage?

Auch im Jahr 2013 gilt dieses Handelsembargo mit wenigen Einschränken. Zwar wurde es zeitweise verschärft und auch wieder gelockert, aber Kuba leidet immer noch unter den Beschränkungen. Besonders ungerecht muss der heutige Stand des Embargos empfunden werden: Die USA exportieren Waren nach Kuba und verdienen damit Geld, aber Kuba darf nicht ein einziges Produkt in die USA verkaufen. Zudem versuchen amerikanische Firmen wie PayPal, es europäischen Händlern zu erschweren, kubanische Produkte abzusetzen.

Kubakaffee relaoded?

Davon betroffen ist auch der Kubakaffee, den wir leider wegen o.g. Gründen aus dem Online-Programm nehmen mussten. Der Grund liegt einfach darin, dass PayPal ein amerikanisches Unternehmen ist. Wir finden das wirklich schade, zumal der kubanische Kaffee besonders aromatisch ist und einen vollen Körper aufweist und wir ihn somit unseren Online-Kunden vorenthalten müssen :( . Der leicht rauchige und karamellige Geschmack wird uns fehlen. Eine Möglichkeit bleibt euch: Wenn ihr bei uns im Ladenlokal in Schötmar, Bad Salzuflen vorbei schaut, könnt ihr den aromatischen Kubakaffee mitnehmen – natürlich mit Barzahlung, weil PayPal und Kubakaffee sich einfach nicht vertragen wollen. Wer in unseren Laden kommt und lauthals „Viva la revolución“ schreit, den laden wir zu einer handaufgebrühten Tasse Kuba Kaffee ein (so lange der Vorrat reicht) :-)

 

 



2 Comments


Ulrike
21. April um 07:57

Es ist doch traurig, dass dieses Problem zwischen USA und Kuba immer noch nicht gelöst wurde. Aber so lange es den USA Vorteile bringt wird es auch nicht gelöst.


Bernhard
26. April um 13:59

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Manche Dinge sind halt so, weil sie schon immer so waren. Ob das Embargo mittlerweile immer noch seine Existenzberechtigung hat, möchte angezweifelt werden; allerdings gibt es für die USA momentan sicher wichtiger Baustellen, als diese. Nur schade, dass der kubanische Kaffee durch die Misslichkeit nicht ins Angebot kommt…

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